Was umfasst die katheterbasierte Herzklappentherapie?

Die Herzspezialisten Prof. Dr. med. Roberto Corti und Prof. Dr. med. Jürg Grünenfelder beantworten Patientenfragen zu den Methoden der katheterbasierten Herzklappentherapie.

 
 

Die katheterbasierten Herzklappentherapien haben sich als Alternative zur herkömmlichen chirurgischen Behandlung der Herzklappen etabliert. Insbesondere schwerstkranke Menschen und solche, welche für die klassische Chirurgie nicht geeignet sind, können heutzutage dank modernster Technik und ohne den Einsatz der Herz-Lungen-Maschine erfolgreich behandelt werden.


Unsere Kompetenzen in der katheterbasierte Herzklappentherapie

  • Behandlung in einem der modernsten Hybrid-Operationssäle Europas

  • Ballon-Erweiterung von stenosierten Aorten- und Mitralklappen

  • Ersatz der nativen Aortenklappe via Leiste (femoral), Herzspitze (transapikal) oder Hauptschlagader (transaortal)

  • Aortenklappenersatz bei bestehender Bioprothese (valve-in-valve)

  • Ersatz der Mitralklappe via Herzspitze (valve-in-valve, valve-in-ring)

  • Rekonstruktion der Mitralklappe mittels MitralClip

  • Ersatz der Pulmonalklappe über die Leistenvene

 

Anatomie des Herzens

 

Das normale Herz besteht aus vier Kammern, zwei Atrien und zwei Ventrikeln. Ventile trennen diese Kammern (Aortic, Mitral, Tricuspid und Pulmonary Valves) und Koronararterien (in rot) liefern Blut an den Herzmuskel - der linke Ventrikel liefert Blutfluss zum ganzen Körper und ist viel dicker als der rechte Ventrikel, der verantwortlich ist für den Blutfluss in die Lunge.


Katheterbasierter Klappenersatz (TAVI)

Eine besonders neuartige Technik ist der katheterbasierte Klappenersatz, kurz TAVI (Transcatheter Aortic Valve Implantation). Im Unterschied zum herkömmlichen Vorgehen nehmen unsere Fachärzte bei einer TAVI die Implantation mittels Katheter vor – am schlagenden Herzen, ohne beim Patienten eine Herz-Lungen-Maschine anzuschliessen. Es bestehen drei TAVI-Varianten:

I) Transfemorale TAVI (1): Transfemoral bedeutet, dass der Zugang über die Leisten-Schlagader geschieht. Spezialisten schieben über die Punktion der Leiste eine zusammengefaltete, künstliche Herzklappe mittels Katheter zum schlagenden Herzen. Die künstliche Herzklappe wird im Bereich der verkalkten Klappe abgesetzt und verankert.
 
II) Transapikale TAVI: Bei Patienten mit zu kleinen und/oder stark verkalkten Leisten-Gefässen kommt die transapikale TAVI infrage, bei welcher der Zugang über die Herzspitze erfolgt. Die neue Herzklappe wird durch einen etwa vier Zentimeter langen Schnitt in der Brustwand (2) implantiert.
 
III) Transaortale TAVI: Hier erfolgt die Implementation über eine Punktion der Aorta (3).

Operationszugang

Beim katheterbasierten Kalppenersatz (TAVI) stehen drei verschiedene Zugänge zur Wahl: die Punktion der Leiste (1), der Schnitt in die Brustwand (2) oder die Punktion der Aorta (3).

Die Belastung einer TAVI-Therapie ist sehr viel geringer als bei einer herkömmlichen Herzoperation. Da der Brustkorb intakt bleibt und auf den Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine verzichtet wird, kann der Patient bereits am Tag des Eingriffs voll mobilisiert werden und nach wenigen Tagen das Spital verlassen.
 
Allerdings kommt das TAVI-Verfahren derzeit nur bei Hochrisikopatienten mit isolierter Aortenstenose zum Einsatz. Aktuelle Studien belegen eine tiefere Mortalität bei sehr kranken Patienten im Vergleich zur konventionellen Operation. Wir sind überzeugt, dass bald eine solide wissenschaftliche Grundlage für eine Ausweitung auf Patienten mit tieferem Risikoprofil vorliegen wird.

Bei der neuartigen TAVI-Technik wird die künstliche Herzklappe mittels Katheter implantiert.


Katheterbasierte Mitralklappenrekonstruktion (Mitralclip)

Die katheterbasierten Herzklappentherapien haben sich als Alternative zur herkömmlichen chirurgischen Behandlung der Herzklappen etabliert. Insbesondere schwerstkranke Menschen und solche, die für die klassische Chirurgie nicht geeignet sind, können heutzutage dank modernster Technik und ohne den Einsatz der Herz-Lungen-Maschine am schlagenden Herzen erfolgreich behandelt werden.

Operationszugang

Mittels Katheter (1) kann eine undichte Herzklappe repariert werden, beispielsweise durch das Einbringen von Mitraclips.

Dabei wird der Clip mit einem Katheter über die grossen Hohlvenen zur linken Herzkammer geführt und unter Anleitung von Herzultraschallbildern am richtigen Ort platziert. Je nach Bedarf werden ein oder mehrere Clips gesetzt. Falls eine Reparatur nicht möglich ist, kann eine neue Herzklappe auch mittels Katheter über die Herzspitze eingesetzt werden. Dieses relativ neue Verfahren ist allerdings nur in Spezialfällen und nach ausführlichen Abklärungen möglich.


Katheterbasierte Herztherapien


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