Therapien bei Herzrhythmusstörungen?

Die Herzspezialisten Prof. Dr. med. Roberto Corti und Prof. Dr. med. Jürg Grünenfelder beantworten Patientenfragen zu Symptomen, Ursachen, Diagnose und Therapiemethoden bei Herzrhythmusstörungen.


Herzrhythmusstörungen

Herzrhythmusstörung sind eine krankhafte Verlangsamung oder Verschnellerung der Herzfrequenz.

Harmlose Extraschläge sind meistens normal und müssen nicht beunruhigend wirken. 

Vorhofflimmern ist eine Veränderungen der elektrischen Herzerregung, bei denen das Herz zu langsam, zu schnell und dann aber unregelmässig schlägt. So kann Vorhofflimmern, die häufigste Rhythmusstörung überhaupt, das Schlaganfall-Risiko erhöhen und die Leistungskraft des Herzens zusätzlich reduzieren. Typisch für das Vorhofflimern ist verspüren von Herzrasen oder Herzstolpern. Diese Symptome gilt es bei der Behandlung zu beheben.

Die optimale und im interdisziplinären Team erarbeitete Behandlungs-Strategie für Patienten mit Vorhofflimmern erarbeitet sich individuell nach stattgefundener Abklärung aller Ursachen und anderen Faktoren. In der HerzKlinik beraten wir sie sehr gerne. Vorab sollten sie sich an ihren Hausarzt und/oder Kardiologen wenden.


Herzrhythmusstörungen

Die normale Herzfrequenz liegt bei 50 bis 100 Schlägen pro Minute. Natürliche Variabilität des Herzschlags, etwa bei Aufregung oder körperlicher Anstrengung sind normal. Krankhafte Herzrhythmusstörungen sind eine Fehlfunktion der elektrischen Herzerregung, bei denen das Herz zu langsam, zu schnell oder unregelmässig schlägt. Eine Herzfrequenz "unter 50 Schlägen pro Minute in Ruhe" bezeichnet man als verlangsamt (Bradykardie), eine Frequenz "über 100 Schlägen pro Minute in Ruhe" als zu schnell (Tachykardie).

Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung, wobei die Herzvorhöfe (kleinen Kammern) nicht mehr regelmässig, sondern unregelmässig und unkoordiniert schlagen. Dies führt dazu, dass das Herz weniger Blut in den Kreislauf pumpen kann.

Vorhofflimmern kann ernsthafte Beschwerden auslösen und sollte daher abgeklärt und behandelt werden. Diese Krankheit wird durch eine Art elektrisches Gewitter in der „Elektrischen Verkabelung“ im Herz verursacht.

Die Pumpaktivitäten der Vorhöfe und der Herzkammern sind nicht mehr aufeinander abgestimmt – dadurch nimmt die Herzleistung ab, wie wenn beim Auto ein oder mehrere Zylinder ausfallen.

Kurzfristig kann dieser Leistungsrückgang kompensiert werden, langfristig jedoch kann sich eine Herzmuskelschwäche entwickeln. Wenn dieser Zeitpunkt erreicht wird ist es oftmals zu spät für eine Erholung des Herzens.


Symptome

Die unterschiedlichen Formen von Herzrhythmusstörungen haben ähnliche Symptome: Herzklopfen, Schwächegefühle, Kurzatmigkeit und ein unangenehmes Gefühl in der Brust. Die wichtigsten Symptome von Herzrhythmusstörung sind:

  • Herzrasen oder Herzstolpern

  • Schwindel: Schwarzwerden vor den Augen oder Ohnmacht (plötzlicher Bewusstseinsverlust)

  • Angst, innere Unruhe und Nervosität

  • Luftnot und Leistungsschwäche


Ursachen

Ursache von Herzrhythmusstörungen ist eine Fehlfunktion der elektrischen Herzerregung: Das Herz beginnt unkoordiniert oder ineffizient zu arbeiten. Mögliche Ursachen von Herzrhythmusstörungen können sein:

  • Koronare Herzkrankheit und Herzinfarkt

  • Anomalien an den Leitungsbahnen

  • Entgleisungen der Blutsalze

  • Aortenklappenstenose (Herzklappenfehler)

  • Herzmuskelentzündungen

  • Herzmuskelerkrankungen (Kardiomyopathien)

  • Bluthochdruck (arterielle Hypertonie)

  • Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)

  • Bestimmte Medikamente oder Drogen


Diagnose

Die Diagnostik von Herzrhythmusstörungen (Vorhofflimmern) verläuft in mehreren Stufen und umfasst unterschiedlichste Methoden. Neben der gezielten Anamnese durch den Arzt gibt die körperliche Untersuchung, wie das Abhören des Herzens mit dem Stethoskop, inklusive einer Blutdruckmessung bereits wichtige Hinweise auf eine mögliche Herzerkrankung. Weitere Diagnostik-Methoden bei Herzrhythmusstörungen sind:

  • Elektrokardiogramm (EKG): Ruhe-EKG, Belastungs-EKG, Langzeit-EKG

  • Echokardiographie (Ultraschalluntersuchung des Herzens)

  • Blutuntersuchung

  • Bildgebende Spezialverfahren: Magnetresonanztomographie des Herzens (C-MRT)

  • Herzkatheter-Untersuchung (Sondierung des Herzens mit Kathetern über Leisten- oder Armgefässe)


Unsere Therapie-Kompetenzen

  • Herzschrittmacher

  • Herzohrverschluss

  • Vorhofflimmern-Ablation


 

Herzschrittmacher

Bei Herzrhythmusstörungen ist der Herzschrittmacher eine bewährte Therapieoption. Der Herzschrittmacher wird unter Lokalanästhesie durchgeführt und in einer knapp einstündigen Operation unter die Haut implantiert. Die Elektrode wird durch einen kleinen Hautschnitt in eine Vene eingeführt und zum Herzen vorgeschoben. Unter Röntgenkontrolle wird diese in der rechten Herzkammer verankert.

Über die Elektrode werden elektrische Impulse abgegeben, welche das Herz stimulieren, damit es nicht aus dem Takt fällt. Das medizinische Gerät registriert ab dem Eingriff die Herztätigkeit. Bei zu langsamer Herztätigkeit gibt der Herzschrittmacher elektrische Impulse ab, die eine optimale Herzfrequenz sicherstellen. Der individuell programmierte Schrittmacher sollte alle halbjährlich kontrolliert werden.

 

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