Herzrhythmusstörungen bei Spitzensportlern?

Herzrhythmusstörungen bei Spitzensportlern?

Auch Spitzensportler können an Herzrythmusstörungen in jungem Alter leiden. Die Folgen können gravierend sein.

Dr. med. Dr. phil. Anna Erat im Gespräch mit Prof. Dr. Sacha Salzberg von der HerzKlinik. Im Video erzählt Prof. Dr. Sacha Salzberg welche neuen Methoden bei Vorhofflimmern eingesetzt werden können, um Rhythmusstörungen bei Spitzensportlern zu behandeln.

 Left Atrial Appendage Closure

Left Atrial Appendage Closure

Prof. Salzberg presents a critical overview of the literature and makes the point for a Heart Team approach to deal with the LAA.

Left Atrial Appendage closure (LAAC) was initially described by a general surgeon in 1949. After this the seminal contribution from James Cox, MD about the Maze procedure further bought LAA resection into the limelight. Surgical techniques for LAA closure are manifold, however the results in the literature seem suboptimal. In the last decade, new devices have made their way into clinical usage, and as such the data supporting LAA closure is now substantial. However, all devices and techniques come with challenges and none offers the perfect ‘one size fits all’ solution.

Vorhofflimmern und Herzrhythmusstörung?

Vorhofflimmern und Herzrhythmusstörung?

Die Thorakoskopische Ablation ist eine alternative zur Katheterablation und kann speziell in Problemfällen mit hartnäckigem Vorhofflimmern sehr hilfreich sein.

Bei diesem Eingriff werden endoskopisch, d.h. minimalinvasiv die Lungenvenen Isoliert und das Herzohr (LAA) wird mit einem Clip von der Blutbahn ausgeschlossen.

Dies führt dazu dass nach der Thorakoskopsichen Ablation kein Blutverdünner mehr notwendig ist. Dieser Eingriff ist sehr schonend und bietet ausgezeichnete Langzeitresultate.

Herzklappen-Operation

Herzklappen-Operation

Die katheterbasierte Herzklappentherapie wird ohne Öffnen des Brustkorbs und den Einsatz der Herz-Lungen-Maschine am schlagenden Herzen ausgeführt.

Viele Patienten, die Operationen an den Herzklappen hatten, schildern den Eingriff als sehr belastend. Beides ist in vielen Fällen nicht notwendig, erklärt Prof. Dr. med. Jürg Grünenfelder.

Herz-Insuffizienz

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Herz-Insuffizienz

So einfach und unmittelbar konnte der Arzt die Herzfunktion seiner Patienten noch nie fernüberwachen. PD Dr. David Hürlimann analysiert die Daten, die vom Biomonitor übermittelt wurden. Aufgrund des Resultates entscheidet er, ob es sich um ein harmloses Ereignis oder einen Notfall handelt.

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Zurich LAA Meeting 2017

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Zurich LAA Meeting 2017

For the third year in succession, The Zurich LAA Management Course took place on September 1st and 2nd Zurich Switzerland. A total of 85 participants came to the Sonnenberg Convention Center.

The lectures were very lively and filled with positive discussions. We hope everyone had a good experience and also thank all participants for taking time out of their busy schedules to come to Zurich for this event.

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Vorhofflimmern und Herzrhythmusstörung?

Minimalinvasiver Eingriff bei Vorhofflimmern


Prof. Dr. med. Sacha Salzberg

 Prof. Dr. med. Sacha Salzberg

Prof. Dr. med. Sacha Salzberg

Dieser Patient leidet unter einem sehr symptomatischen und hartnäckigen Vorhofflimmern. Letzte Woche hat er sich im Hirslanden operieren lassen.

Es wurde eine Thorakoskopsiche Ablation mit einem Atriclip (Verschluss des linken Herzohrs) durchgeführt. Nach 4 Tagen konnte er die Klinik verlassen und kommt heute zur Klinischen Kontrolle.



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3rd Zurich LAA Management Course

Save the date and register


Prof. Dr. med. Sacha Salzberg

For the third year in succession, The Zurich LAA Management Course will take place on September 1 & 2 at the FIFA Convention Center in Zurich, Switzerland. We look forward to welcoming you in Zurich for yet another fascinating and interactive program.

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Cardiac emergency?

24-hour acute intervention service for heart attacks through to cardiac surgical treatment


Prof. Dr. med. Jürg Grünenfelder, Dr. med. Thierry Aymard, Prof. Dr. med. Sacha Salzberg

Acute diseases of the cardiovascular system are serious emergency situations which must be detected quickly and treated immediately. Medical expertise, efficient alarm structures, simple registration processes and the permanent availability of the entire range of current emergency interventions (from outpatient treatment, and a 24-hour acute intervention service for heart attacks through to cardiac surgical treatment) ensure optimum, state of the art patient care.

+41 44 387 33 22

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Mitralvalve Repair?

Mitralvalverepair at Heart Clinic Zurich -  DaVinci assisted Heart Surgery


Prof. Dr. med. Jürg Grünenfelder & Prof. Dr. med. Sacha Salzberg

Check out our latest Video: Mitral valve repair with the DaVinci. Truly innovative minimally invasive heart surgery. 

Prof. Dr. med. Jürg Grünenfelder and his team during the heart surgery

Ein Roboter für die Herzen

Dank Roboter-Unterstützung lassen sich defekte Herzklappen so schonend wie nie reparieren. Jetzt auch in der Schweiz.


Prof. Jürg Grünenfelder und Prof. Dr. Sacha Salzberg

(im Gespräch mit Sprechstunde Doktor Stutz)

Kaum aus dem Operationssaal und schon wieder auf den Beinen.

 Prof. Dr. med. Sacha Salzberg

Prof. Dr. med. Sacha Salzberg

Die meisten Herzklappen-Operationen finden am offenen Herzen statt. Der Brustkorb wird aufgeschnitten, das Brustbein gespreizt, das Herz freigelegt. Doch das Risiko eines solchen Eingriffs ist umso grösser, je schlechter es dem Patienten geht. Für sehr schwache Patienten, die unter vielen Nebenerkrankungen leiden, ist der konventionelle Eingriff darum mit mehr Komplikationen und einer höheren Sterblichkeitsrate verbunden. Darum wendet man bei ihnen die minimal-invasive Methode an, wo durch ein winziges Loch operiert wird. Selbst jüngere oder sonst gesunde Herzklappenpatienten entscheiden sich zunehmend für diese neue Technik, weil sie mit ihr viel schneller wieder auf den Beinen sind und den Arbeitsalltag aufnehmen können.

 Prof. Dr. med. Jürg Grünenfelder

Prof. Dr. med. Jürg Grünenfelder

Prof. Dr. med. Jürg Grünenfelder und PD Dr. med. Sacha Salzberg von der Herzklinik Hirslanden in Zürich gehen noch einen Schritt weiter. Zum ersten Mal in der Deutschschweiz nehmen sie einen Roboter zu Hilfe, mit dem sie minimal-invasive Eingriffe an der Mitralklappe durchführen. Wo liegen die Vorteile? PD Dr. Sacha Salzberg: «Dank Robotertechnik sieht der Chirurg das kleine Operationsfeld dreidimensional und zehnfach vergrössert.

Der Zugang ist kleiner als bei der normalen minimal-invasiven Methode, und die Rippen werden überhaupt nicht gespreizt. Teamarbeit ist gefragt. Prof. Grünenfelder bedient den Da-Vinci-Roboter und fokussiert auf den chirurgischen Eingriff. Ich stehe direkt am Operationstisch und unterstütze ihn. Wir können im Brustraum viel mehr und viel klarer sehen, weil der Roboter mit winzigen Instrumenten arbeitet. Defekte Herzklappen lassen sich dank der präzisen Robotertechnik selbst dann noch erhalten und reparieren, wenn man sie mit der herkömmlichen Methode längst hätte ersetzen müssen. Und jeder Herzspezia­list weiss: Es ist viel besser, eine Herzklappe zu reparieren als sie zu ersetzen.»

Höhere Anforderungen als bei normalem Eingriff

Bei Kollegen in New York und Brüssel haben sich Grünenfelder und Salzberg das Wissen über die neue Robotertechnik angeeignet. Und nach eingehender Prüfung auch den Entscheid gefällt, diese Art der herzchirurgischen Eingriffe überhaupt in Zürich anzubieten. «Die Anforderungen an das Chirurgenteam sind höher als bei einem normalen Eingriff. Es bedarfausgesprochener Fingerfertigkeit und viel Übung, gepaart mit grosser Erfahrung», sagt Prof. Jürg Grünenfelder. «Das ist echte Spitzenmedizin. Wenn man es einmal auf diese Art gemacht hat, möchte man nicht mehr ohne Roboter arbeiten. Das lohnt sich wirklich. Und die Resultate sind eindrücklich. Wir haben vor wenigen Wochen eine 83-Jährige an der Mitralklappe operiert. Nach dem schonenden Eingriff mit dem Da-Vinci-Roboter stand sie schon am nächsten Tag auf und spazierte herum. Am fünften Tag sagte sie, sie fühle sich sehr gut und wolle nun nach Hause. Es ist fast wie ein Wunder. Menschen, die vor der Operation kaum mehr eine Treppe steigen konnten, blühen in kürzester Zeit wieder komplett auf.»

Vorhofflimmern und Herzrhythmusstörung?

Minimalinvasiver Eingriff bei Vorhofflimmern


Prof. Dr. med. Sacha Salzberg

 Prof. Dr. med. Sacha Salzberg

Prof. Dr. med. Sacha Salzberg

Das Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung und tritt vor allem im Alter auf. Das Herz ist komplett aus dem Takt geraten, Vorhöfe und Herzkammern schlagen in unterschiedlichem Rhythmus.

Die Behandlung mit einem minimalinvasiven chirurgischen Eingriff kann die Lebensqualität des Patienten deutlich verbessern. Das Abklemmen des Herzohrs soll zudem die gefürchtete Komplikation, den Hirnschlag, verhindern.



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Herzklappen?

Herzklappen ersetzen, ohne den Brustkorb zu öffnen


Prof. Dr. med. Roberto Corti und Prof. Dr. med. Georg Noll

 Prof. Dr. med. Georg Noll

Prof. Dr. med. Georg Noll

Herzklappen-Erkrankungen werden oft nur per Zufall entdeckt und sind unbehandelt gefährlich, sogar tödlich.

Wenn die körperliche Leistungsfähigkeit abnimmt, sollte man hellhörig werden und nicht denken, dass dies zum normalen Alterungsprozess gehört.

Herzklappen sind wie Schleusen im Herz, die aufgehen und das Blut durchlassen. Im Laufe des Lebens nutzen sich die Herzklappen jedoch ab. Es kann zu Kalkablagerungen kommen. Diese Verengung lässt das Blut nicht mehr richtig durchfliessen.

Helfen Medikamente nicht ausreichend, müssen die Herzklappen ersetzt werden. Manchmal sind ältere Patienten jedoch von mehreren Krankheiten geplagt, sind geschwächt und können nicht operiert werden. Genau für diese Patienten gibt es eine schonende Methode, die Herzklappen zu ersetzen ohne den Brustkorb zu öffnen. «Gesundheit heute» schaut genauer hin und will wissen, ob diese neuere Technik hält, was sie verspricht.

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Herzklappenreparatur mit MitraClip

Herzklappenreparatur mit MitraClip


Prof. Dr. med. Roberto Corti

 Prof. Dr. med. Roberto Corti

Prof. Dr. med. Roberto Corti

Grosse Mühe beim Atmen und Wasser in der Lunge. Der Grund war eine defekte Herzklappe. Weil er bereits mehrere Bypass Eingriffe und einen Herzinfarkt hatte, kam eine Operation am „offenen“ Herzen nicht mehr in Frage.

Die Ärzte entschieden sich für eine Alternative, der sogenannten MitraClip-Methode. Unter Anwendung modernster Technik, wurde der minimal-invasive Eingriff im neuen Hybrid-Operationssaal der Klinik Hirslanden durchgeführt.

Prof. Dr. med. Roberto Corti und Prof. Dr. med. Jürg Grünenfelder bei einem Eingriff

Vorhofflimmern – den gesunden Herzrhythmus wiederherstellen

Vorhofflimmern – den gesunden Herzrhythmus wiederherstellen

Den gesunden Herzrhythmus wiederherstellen


Prof. Dr. med. Sacha Salzberg

 Prof. Dr. med. Sacha Salzberg

Prof. Dr. med. Sacha Salzberg

Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung und tritt vor allem im Alter auf. Das Herz schlägt unkoordiniert, wobei die Vorhöfe und die Herzkammern mit unterschiedlichem Rhythmus schlagen.

Die Behandlung des Vorhofflimmerns soll den Hirnschlag verhindern, die Lebensqualität verbessern und die Herzschwäche als Spätfolge des Vorhofflimmerns vermeiden.

Falls möglich soll mit der Behandlung des Vorhofflimmerns wieder ein Sinusrhythmus hergestellt werden. Obwohl es keine Studien gibt, die zeigen, dass es hinsichtlich Sterblichkeit oder Komplikationen besser ist, im Sinusrhythmus zu sein als im Vorhofflimmern, ist es für die Patienten aber selbstverständlich viel angenehmer, im Sinusrhythmus zu sein.

Man fühlt sich wohler, hat keine Symptome und das Herz reagiert angemessen auf Belastungen.

 

Oberstes Gebot: Hirnschlag verhindern

Das wichtigste Behandlungsziel bei Vorhofflimmern ist die Verhinderung eines Hirnschlages. Dazu wird eine Rhythmuskontrolle angestrebt. Dies bedeutet den Sinusrhythmus wiederherstellen, Symptome vermindern, Komplikationen vermeiden und möglicherweise Blutverdünnung aufzuheben.

Unbehandeltes Vorhofflimmern ist für rund 15 Prozent der Schlaganfälle verantwortlich. Zur medikamentösen Frequenz- oder Rhythmuskontrolle stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung – sogenannte Antiarrhythmika. Diese weisen allerdings auch Nebenwirkungen auf und können einen Rückfall oft nicht verhindern.

Welche Behandlungsmethode angewendet wird, richtet sich immer nach der individuellen Situation: Paroxysmales oder nicht paroxysmales Vorhofflimmern? Zusätzliche Herzerkrankungen ja oder nein? Je nachdem kommen verschiedene elektrophysiologische oder chirurgische Möglichkeiten zum Einsatz.

 

Ablation – Gewebeanteile im Herzen stilllegen

Bei der Ablation wird Gewebe, das für die unkontrollierte elektrische Herzaktivität verantwortlich ist, zerstört, chirurgisch mit dem Skalpell oder elektrophysiologisch mit dem Katheter (via Radiofrequenz oder Kälte resp. Kryotherapie). Es werden also Narben gesetzt, um gewisse Gewebeanteile im Herzen elektrisch stillzulegen / zu isolieren.

Bei der Katheterablation wird ein Katheter über eine Vene in der Leiste eingeführt und bis in das Herz vorgeschoben, wo im rechten Vorhof dann mittels des Katheters die Narben (Ablation) gesetzt werden. Liegt die Ursache des Vorhofflimmerns im linken Vorhof, ist der Zugang mit einem Katheter weitaus schwieriger zu bewerkstelligen.

 

Herzchirurgie – Zugang zum Herzen mittels Schlüssellochtechnik

Die chirurgische Ablation wurde ursprünglich in einer offenen Operation am Herzen durchgeführt. Der Patient war dabei an der Herz-Lungenmaschine angeschlossen und für das Vorhofflimmern verantwortliche Gewebeteile wurden regelrecht aus dem Herzen herausgeschnitten. Diese «Maze-Operation» genannte Methode war hinsichtlich Behebung des Vorhofflimmerns sehr erfolgreich, aber natürlich mit erheblichen Komplikationen und Beeinträchtigungen für den Patienten verbunden.

Heute wird das gleiche Resultat chirurgisch mit der Schlüssellochtechnik über einen Zugang zum Herzen mit je drei kleinen Hautschnitten links und rechts des Brustkorbes erzielt. Natürlich ist dabei nicht mehr erforderlich, dass der Patient an die Herz-Lungenmaschine angeschlossen werden muss.

Die Methode eignet sich für die Behandlung des Vorhofflimmerns. Beim paroxysmalen Vorhofflimmern werden mit dieser Technik die Lungenvenen aussen am Herzen isoliert. Die kürzlich erschienene FAST-Studie (Boersma et al. Circulation. 2012 Jan 3;125(1):23-30.) hat gezeigt, dass die chirurgische Methode bei Patienten, die schon einmal eine Katherablation gehabt haben oder einen erweiterten linken Vorhof aufweisen, nach einem Jahr eine Erfolgsrate von mehr als 70 Prozent aufweist. Demgegenüber liegt die Erfolgsrate der Katheterablation bei diesen Patienten bei knapp 40 Prozent.

In unserer Erfahrung sind die Resultate noch besser. Nach einer thorakoskopischen Ablation bei paroxysmalem Vorhofflimmern ist eine Erfolgsquote von weit über 90% in einem Eingriff zu erwarten. Dazu kommt, dass beim thorakoskopischen Verfahren das linke Herzohr mittels Stapler ausgeschalten wird und somit, unabhängig vom Herzrhythmus, die Blutverdünnung aufgehoben werden kann. Dies bietet den Patienten ein sehr grosses Mass an Komfort und Sicherheit.

 

Hirnschlagprophylaxe – Blutverdünner einsetzen

Das Risiko für einen Hirnschlag wird mit der CHADS-VASC Tabelle bestimmt, wobei es Punkte für verschiedene Risikofaktoren gibt. Bluthochdruck ergibt z.B. 1 Punkt, Alter über 75 Jahre 2 Punkte, Diabetes 1 Punkt usw. Wer ein Total von 2 Punkten oder mehr erreicht, sollte unbedingt eine Hirnschlagprophylaxe, d.h. heisst eine Blutverdünnung, erhalten.

Tatsächlich erhalten aber Patienten mit Vorhofflimmern oft keine ausreichende Hirnschlagprophylaxe (Blutverdünnung), wie verschiedene Studien aus der Praxis zeigen. Diese Studien beziehen sich allerdings auf die Blutverdünnung mit Vitamin-K-Antagonisten, die relativ schwierig einzustellen sind und regelmässig kontrolliert werden müssen (Quick). Deshalb wurden neue Blutverdünner entwickelt, die einfacher in der Handhabe und Kontrolle sind. Allerdings fehlen zu diesen neuen Blutverdünnern noch die Langzeitdaten.

Eine weitere Risikotabelle, die HAS-BLED Tabelle, hilft dem Arzt, das Blutungsrisiko zu bestimmen, wenn ein Blutverdünner eingenommen werden muss. In der Praxis wird daher das Hirnschlagrisiko (CHADS-VASC Tabelle) immer gegen das Blutungsrisiko (HAS-BLED Tabelle) abgewogen.

 

Alternativen zur Blutverdünnung

Da das Gerinnsel, welches die Gefässverstopfung verursacht, im linken Herzohr gebildet wird, kann der Hirnschlag verhindert werden, indem das linke Herzohr entweder chirurgisch entfernt oder mit einem «Schirm» abgeschlossen wird. Diese Operation macht vor allem dann Sinn, wenn es wegen der Blutverdünnung Komplikationen gegeben hat oder keine Blutverdünnung gemacht werden kann. Das linke Herzohr spielt vor allem bei jungen, sportlichen Menschen eine Rolle, da es wie ein Turbo wirkt und bei erhöhter Belastung zusätzlich als Pumpreservoir funktioniert. Beim älteren Menschen kann auf ein Herzohr angesichts der potentiellen Komplikationen verzichtet werden.

Das Herzohr hat verschiedene Formen. Man kann diese Formen in Blumenkohl, Kaktus, Hühnerflügel und Windsocke einteilen. Eine interessante Studie (Di Base et al. J Am Coll Cardiol. 2012 Aug 7;60(6):531-8) aus den USA hat gezeigt, dass das Hinrschlagrisiko von der Form des Herzohrs abhängt. Menschen mit Hühnerflügelform haben das tiefste Risiko, während die Kaktus- und Blumenkohlformen das grösste Risiko für einen Hirnschlag bergen. Nicht alle Herzohren sind also gleich gefährlich.

 


Vorhofflimmern – Wenn das Herz aus dem Takt gerät

Vorhofflimmern – Wenn das Herz aus dem Takt gerät

Wenn das Herz aus dem Takt gerät


Prof. Dr. med. Sacha Salzberg

 Prof. Dr. med. Sacha Salzberg

Prof. Dr. med. Sacha Salzberg

Patienten mit Vorhofflimmern bemerken Herzrasen, Herzstolpern oder einen Puls, der aus dem Rhythmus gerät.

Unregelmässigkeiten und Aussetzer sind in gewissem Masse normal. Bei häufigem Auftreten sollte jedoch ein Arzt aufgesucht werden.

Der gesunde Herzrhythmus ist unbewusst, regelmässig, variabel und als Pulswelle, die durch den Körper geht, spürbar.

Normalerweise geht der Takt als elektrischer Impuls vom Sinusknoten im rechten Vorhof aus und passt sich der körperlichen, emotionalen und psychischen Belastung sehr rasch an. Das Herz befindet sich im Sinusrhythmus.

 

Vorhofflimmern – unkontrollierter Herzrhythmus

Beim Vorhofflimmern wird dieser Sinusrhythmus durch unkontrollierte elektrische Impulse gestört. Das Herz spielt verrückt, schlägt unregelmässig und unkoordiniert. Der Sinusknoten flimmert und der AV-Knoten, der in der Regel nur die Überleitung des regelmässigen elektrischen Impulses von den Vorhöfen auf die Herzkammern bewerkstelligt, übernimmt den Taktstock für die Herzkammern. Als Folge davon ist die Herzaktivität unregelmässig, entkoppelt von der Belastung und kann sich nicht mehr an die geforderte Leistung anpassen. Die Vorhöfe schlagen bis zu 350-mal pro Minute, während die Kammern zwischen 60 und 130-mal pro Minute schlagen.

 

Ältere Menschen häufiger betroffen

Verantwortlich für das Vorhofflimmern sind meistens ausserordentliche Auslöser im Übergangsgewebe zwischen Lungenvenen und linkem Vorhof. Auch Gewebeveränderungen (Fibrosierung) in den Vorhöfen des Herzens, welche die elektrische Übertragung des Herzimpulses in den Vorhöfen stören, sind mögliche Ursachen. Diese Gewebeverränderungen sind einerseits altersbedingt und werden andererseits durch Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herzerkrankungen, Übergewicht, Diabetes, Niereninsuffizienz, Schilddrüsenüberfunktion, Schlafapnoe Syndrom, Alkohol etc. ….begünstigt.

Bei den 60-jährigen ist rund 1 Prozent von Vorhofflimmern betroffen. Bei den 85-jährigen liegt der Anteil bereits über 20 Prozent. Wenn das Vorhofflimmern in jüngerem Alter auftritt, kann oft auch eine andere Erkrankung der Herzklappen dahinter stecken. Diese sollten unbedingt von einem Spezialisten abgeklärt werden.

 

Zeitnahe Behandlung entscheidend

Vorhofflimmern führt zu einem 5-fach erhöhten Risiko für einen Hirnschlag. Infolge der unregelmässigen Herzaktivität können sich im linken Herzohr Blutgerinnsel bilden, die in den Körper gestreut werden und kleinere Gefässe verstopfen. Im Hirn führt dies zum gefürchteten Hirnschlag. Durch den lang anhaltenden unregelmässigen Herzschlag kann es über die Zeit aber auch zur Entwicklung einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz) kommen. Daher führt das unbehandelte Vorhofflimmern zu einer erhöhten Sterblichkeit, zu Spitalaufenthalten und natürlich zu einer Beeinträchtigung der Lebensqualität.

 

Drei Arten des Vorhofflimmerns

Je nach Auftreten, Dauer und Reversibilität des Vorhofflimmerns spricht man von paroxysmalem, persistierendem oder permanentem Vorhofflimmern.

1. Paroxysmales Vorhofflimmern

Paroxysmales Vorhofflimmern ist selbstlimitierend und kann auch kaum bemerkt werden. Es kommt und geht in der Regel auch von alleine. Die Patienten haben üblicherweise einen Sinusrhythmus und das Vorhofflimmern tritt nur sporadisch auf.  Es kann aber auch sehr symptomatisch sein.

2. Persistierendes Vorhofflimmern

Das persistierende Vorhofflimmern ist komplexer in der Entstehung und geht in der Regel nicht von alleine in einen Sinusrhythmus zurück. Es kann aber mit einer sogenannten Konversion mittels verschiedener Medikamente oder Interventionen wieder in einen Sinusrhythmus gebracht werden.

3. Permanentes Vorhofflimmern

Permanentes Vorhofflimmern kann nicht mehr rückgängig gemacht werden. Es werden nur die Komplikationen behandelt, also die Blutverdünnung zur Verhinderung des Hirnschlages eingesetzt und eine Frequenzkontrolle zur Verhinderung einer übertriebenen Herfrequenz.